Eine Impfung gibt es nur für die FSME !

Borreliose - durch Zecken übertragen

in Nordhessen gibt es keine FSME


Zeckenbisse treten häufig vom Frühjahr bis zum Spätherbst auf bei Personen, die sich beruflich oder in der Freizeit in der Natur aufhalten. Dabei werden die blutsaugenden Insekten an Wegrändern, Wiesen, im Wald, aber auch in Gärten oder Parks von Gräsern, Sträuchern oder Unterholz abgestreift. Zecken lassen sich nicht - wie häufig behauptet wird - von Bäumen fallen.
Der Zeckenbiss selbst ist nicht gefährlich, aber während des Saugaktes können mit dem Speichel des Tieres Krankheitserreger übertragen werden. Die beiden wichtigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen sind die Borreliose und eine spezielle Form der Hirnhautentzündung, die FSME.
Der Erreger der Borreliose ist ein Bakterium, das erst ganz am Ende des Saugaktes, wenn die Zecke genügend Blut aufgenommen hat, in die winzige Stichwunde gelangt. Ein möglichst frühes Entfernen der Zecke am Anfang des Saugaktes kann also eine Borreliose verhindern. Das Verbreitungsgebiet der Borreliose ist identisch mit dem der Zecken, ungefähr jede 5. Zecke trägt diese Bakterien in sich. Das erste Anzeichen dieser Erkrankung ist meist eine schmerzlose Hautrötung an der Zeckenbissstelle, die sich kreisförmig vergrössert und dabei im Zentrum wieder abblaßt. Diese sog. Wanderröte kann bis zu 16 Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten und von Jucken, Brennen, lokalen Lymphknotenschwellungen und allgemeinen, grippeähnlichen Symptomen begleitet sein. Im weiteren Verlauf kommen andere Symptome an verschiedenen Organen und Organsystemen dazu. Wird die Borreliose in diesem Stadium nicht erkannt und behandelt, kann ein chronisches Stadium mit Befall der Haut (sog. Pergamenthaut), der Gelenke (chronische Gelenkentzündungen), des Nerven-systems (Kopf- und Nervenschmerzen) und des Herzens (chronische Herzmuskelentzündung) auftreten. Die Borreliose ist gut mit Antibiotika zu behandeln.
Die FSME wird durch ein Virus übertragen, das gleich mit Beginn des Blutsaugens der Zecke in den menschlichen Organismus gelangt. Nicht in allen Regionen Deutschlands können Zecken die FSME übertragen. Das Virus tritt vor allem in Baden-Württemberg und Bayern auf. Kleinere Verbreitungsgebiete finden sich außerdem in Rheinland-Pfalz, Hessen (Odenwald), im Saarland und in den neuen Bundesländern (Brandenburg, Sachsen, Thüringen). Aber auch in diesen Gebieten ist nur jede 100. bis 500. Zecke Virusträger. Außerhalb von Deutschland tritt die FSME vorwiegend in Ost- und Südosteuropa und in einigen Regionen Skandinaviens auf. Die Erkrankung verläuft von Person zu Person unterschiedlich schwer. Nur jeder dritte Infizierte erkrankt an einer fieberhaften "Sommergrippe", und nur jeder fünfte bis zehnte Infizierte zeigt eine Beteiligung des Nervensystems. Diese Erkrankungsphase beginnt mit massiven Kopfschmerzen und hohem Fieber, oft begleitet von Erbrechen und Nackensteifigkeit. Bei ca. 60% der Erkrankten bleibt es bei dieser "reinen" Hirnhautentzündung, die meist folgenlos abheilt. Eine schwerere Form mit zusätzlicher Entzündung des Gehirns kommt in ca. 30% vor. Dabei können dauerhafte Schäden in Form von psychischen Auffälligkeiten oder Lähmungen zurückbleiben. Die seltenste (ca. 10%) und schwerste Verlaufsform ist durch eine zusätzliche Beteiligung des Hirnstammes und des Rückenmarks gekennzeichnet. Trotz Behandlung auf der Intensivstation sterben einige dieser Patienten. Von den Überlebenden behalten zwei Drittel bleibende Schäden, meist in Form von Lähmungen. Eine ursächliche Therapie gegen das Virus ist nicht bekannt, es gibt aber eine gut verträgliche aktive Schutzimpfung.

Was Sie tun können:

  • Eine festsitzende Zecke sollte sofort entfernt werden: Fassen Sie das Tier mit einer gut schließenden Pinzette möglichst nah an der Haut und entfernen Sie es unter deutlichem Zug und leichten Drehbewegungen. Die Drehrichtung ist dabei völlig nebensächlich. Zerquetschen Sie das Tier dabei möglichst nicht. Entgegen früheren Ratschlägen wird heute nicht mehr empfohlen, die Zecke mit Öl oder ähnlichem zu betäuben, da durch den "Todeskampf" des Tieres nur mehr infektiöse Flüssigkeiten in die Stichwunde gelangen.
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle mit PVP-Iod-Lösung.
  • Beobachten Sie das Hautareal in den folgenden Tagen und Wochen; achten Sie besonders auf Entzündungszeichen oder Rötungen ( Wanderröte, s.o.).

    Wann Sie zum Arzt müssen
  • Wenn aufgrund der Widerhaken am Stechapparat der Zecke Teile davon in der Haut steckengeblieben sind (schwarze Pünktchen).
  • Wenn Sie Hautveränderungen an der Stichstelle bemerken.
  • Wenn in zeitlichem Zusammenhang mit einem Zeckenbiss andere, vor allem oben genannte Beschwerden auftreten. Erwähnen Sie beim Arztbesuch unbedingt, das Sie von einer Zecke gebissen wurden.
  • Wenn Sie ohne Impfschutz in einem FSME-Gebiet von einer Zecke gebissen wurden. Suchen Sie in diesem Fall den Arzt möglichst noch am gleichen Tag auf.

    Was Ihr Arzt tun kann
  • Er wird steckengebliebene Teile der Zecke entfernen und die Wunde entsprechend versorgen.
  • Im Falle einer Borreliose wird er Ihnen Antibiotika verabreichen.
  • Wenn im Zusammenhang mit einem Zeckenbiss andere Symptome auftreten, wird er eine entsprechende Diagnostik einleiten und Sie eventuell an spezialisierte ärzte überweisen.
  • Er kann Sie ausführlich über die Fehler! Textmarke nicht definiert. informieren und diese auch durchführen.
  • Bei einem Zeckenbiss in einem FSME-Gebiet kann unter Umständen eine passive Impfung nach dem Stich erfolgen, wenn kein aktiver Impfschutz vorliegt. Dies ist jedoch nur kurzfristig nach dem Biss möglich, da sonst durch die Impfung selbst schwere Nebenwirkungen auftreten können.

    Vorbeugung
  • Geschlossene und möglichst eng anliegende Kleidung, vor allem im Bereich der Beine, macht es den Zecken schwerer, an eine geeignete Hautstelle zu gelangen.
  • Da die Zecken zuerst eine Weile auf der Haut herumkrabbeln, bevor sie sich für eine Stichstelle entscheiden, sollte man sich nach einem Aufenthalt in der freien Natur gleich nach Zecken absuchen, da man sie dann findet, noch bevor sie sich festgebissen haben.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach der Impfung gegen FSME, wenn Sie sich oft in der Natur aufhalten, in einem gefährdeten Gebiet leben oder dorthin reisen wollen.



    Quelle: Medizinische Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
    aus dem Institut für medizinische Parasitologie
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